Kreiswahlprogramm 2026
Unser Wahlprogramm für die Wahlperiode 2026 bis 2031
Programm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
für die Wahl zum Kreistag des Landkreises Northeim
am 13. September 2026
Vertrauen durch Verlässlichkeit – engagiert für unseren Landkreis!
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung: Vertrauen durch Verlässlichkeit
- Unsere Bilanz: Wort gehalten für den Landkreis Northeim
- Bestmögliche Bildungschancen für alle von Anfang an
- Daseinsvorsorge: Medizinische Versorgung – wohnortnah und zukunftssicher
- Würdevolle Pflege und Unterstützung im Alltag
- Bauen, Wohnen und Dorfentwicklung
- Das Wohl von Kindern und Jugendlichen in den Fokus rücken
- Zusammenhalt der Generationen und Geschlechter
- Migration
- Familien stärken – von Jung bis Alt
- Menschen mit Behinderungen – Inklusion
- Ehrenamt – starke Verbände und Vereine
- Wirtschaftsförderung: Innovativ und sozial
- Landwirtschaft mit Zukunft – gut für unseren Landkreis
- Tourismus: Unser Landkreis als Marke
- Mobilität für alle: Vernetzt, flexibel und bezahlbar
- Wirtschaftlichkeit in der Abfallentsorgung
- Verantwortungsvolle Finanzpolitik
- Effiziente und bürgernahe Verwaltung
- Sicherheit und Verlässlichkeit: Katastrophenschutz und unsere Feuerwehren
- Umwelt, Energie und Klimaschutz
- Digitalisierung und ein modernes Kreishaus
- Abschluss: Für einen Landkreis, der zusammenhält
1. Einleitung: Vertrauen durch Verlässlichkeit – engagiert für unseren Landkreis!
Wer die Zukunft gestalten will, muss bewiesen haben, dass er Wort hält. In den vergangenen Jahren haben wir gezeigt, dass auf die Sozialdemokratie in unserem Landkreis Verlass ist. Ob bei der Sicherung der medizinischen Versorgung, dem Erhalt der Notarztstandorte oder dem massiven Ausbau der digitalen Infrastruktur an unseren Schulen: Wir haben angepackt, wo andere nur geredet haben. Wir haben den Katastrophenschutz gestärkt und die Mobilität durch innovative Tarife wie das 5-Euro-Ticket für alle bezahlbar gemacht. Wir haben ein Frauenhaus eingerichtet, damit Gewaltschutz für Frauen nicht nur ein theoretisches Thema bleibt. Diese Erfolge sind für uns kein Ruhekissen, sondern das Fundament, auf dem wir die kommenden Jahre aufbauen.
Die geopolitischen Unsicherheiten und die sich daraus ergebende schwierige wirtschaftliche Lage haben auch in unserem Landkreis Spuren hinterlassen. Hinzu kommen eine zunehmende Polarisierung der unterschiedlichen Standpunkte und eine abnehmende Bereitschaft, Kompromisse zu finden oder zu akzeptieren. Die gezielten Angriffe auf unsere Demokratie durch Falschinformationen, Hass und Hetze – zum Teil sogar verbunden mit zunehmender Gewalt und Einschüchterung – tragen massiv zur Verunsicherung der Menschen bei.
Dieser gesellschaftlichen Entwicklung und der bewussten Verunsicherung setzen wir als SPD im Landkreis Northeim unsere unumstößlichen Werte von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität entgegen. Wir lassen nicht zu, dass soziale Härten oder extremistische Strömungen unsere Gesellschaft spalten. Unser Ziel ist ein Landkreis, der nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestaltet wird – ein Zuhause, das Sicherheit bietet und in dem die Würde jedes Einzelnen unantastbar bleibt. Wir verstehen uns als Anker für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und als Schutzschild für unsere demokratische Kultur.
Fortschritt mit sozialem Augenmaß
Unser Programm für die Wahlperiode ab 2026 ist ein Versprechen an die kommenden Generationen. Wir kämpfen für beste Bildungschancen von der Kita bis zum Abschluss, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Wir treiben die Mobilitätswende voran, ohne die ländlichen Räume abzuhängen, und wir schützen unsere Umwelt durch eine moderne Kreislaufwirtschaft, die für die Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleibt.
Wir laden Sie ein, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen. Für einen Landkreis Northeim, der mutig voranschreitet, niemanden zurücklässt und in dem das „Wir“ wieder mehr zählt als das „Ich“.
2. Unsere Bilanz: Wort gehalten für den Landkreis Northeim
Wer die Zukunft gestalten will, muss bewiesen haben, dass er verlässlich ist. Seit 2021 hat die SPD-Kreistagsfraktion maßgeblich daran gearbeitet, unseren Landkreis krisenfest, modern und lebenswert zu erhalten. Unsere Bilanz ist das Fundament, auf dem wir die kommenden Jahre aufbauen.
Gesundheit und Pflege als öffentliche Aufgabe
Wir stehen für eine flächendeckende und erreichbare medizinische Versorgung. Gegen den Widerstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) haben wir erfolgreich für den Erhalt der Notfallpraxen und aller vier Notarztstandorte im Landkreis gekämpft. Wo die Versorgungslücke durch das Ausscheiden von Hausärzten zu groß wurde, haben wir durch die Förderung kommunaler Eigeneinrichtungen wie der festen Anstellung der Notärztinnen und -ärzte oder eine kommunale Mitwirkung in den Aufsichtsgremien im Helios Krankenhaus Northeim oder dem BürgerGesundheitsPark in Bad Gandersheim aktiv gegengesteuert. Auch in der Pflege haben wir die Strukturen gestärkt – vom Ausbau des Assistenzpools für Menschen mit Behinderungen bis hin zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements durch die Ehrenamtskarte.
Mobilität und gute Infrastruktur für alle
Mobilität ist ein Grundrecht und Voraussetzung für soziale Teilhabe. Mit der Einführung des 5-Euro-Tickets haben wir Pionierarbeit für bezahlbaren Nahverkehr geleistet. Wir haben die Digitalisierung der Schulen massiv vorangetrieben und dafür gesorgt, dass moderne Ausstattung kein Privileg, sondern Standard an allen kreiseigenen Schulen ist. Gleichzeitig investieren wir kontinuierlich in unser Kreisstraßennetz und den Ausbau der Radwege, um die Verbindung zwischen unseren Städten und Dörfern zukunftssicher zu machen.
Sicherheit und Daseinsvorsorge
Der Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger ist für uns nicht verhandelbar. Wir haben massiv in den Brand- und Katastrophenschutz investiert – von modernster Fahrzeugtechnik bis hin zur Stärkung der Ausbildungskapazitäten für unsere Feuerwehren und Hilfsorganisationen. Eine moderne Abfallwirtschaft, die ökologische Nachhaltigkeit mit stabilen Gebühren für die Haushalte vereint, bleibt ein Markenkern sozialdemokratischer Kommunalpolitik.
Finanzen mit Augenmaß
Trotz schwierigster Rahmenbedingungen durch Pandemie und Inflation haben wir versucht, die finanzielle Handlungsfähigkeit des Landkreises zu bewahren. Wir investieren gezielt in die Zukunft, ohne die kommenden Generationen durch eine unverantwortliche Schuldenlast zu erdrücken. Unsere Politik schafft die Balance zwischen notwendigen Investitionen in Bildung und Infrastruktur und einer soliden Haushaltsführung. Die derzeitige Unterfinanzierung der kommunalen Aufgaben führt allerdings auch für den Landkreis Northeim zu einer Unterdeckung der dafür erforderlichen Ausgaben.
3. Bestmögliche Bildungschancen für alle von Anfang an
Bildung ist die wichtigste Zukunftsinvestition unseres Landkreises. Wir stehen für Schulen, die junge Menschen zu mündigen, urteilsfähigen, verantwortungsvollen und beruflich anschlussfähigen Bürgerinnen und Bürgern machen. Dafür braucht es verlässliche Strukturen, moderne Lernformen, professionelle digitale Infrastruktur und eine Lernkultur, die Kompetenzen, Selbstwirksamkeit, Kooperation, individuelle Förderung und Teilhabe in den Mittelpunkt stellt. Für die SPD ist klar: Der Bildungserfolg eines Kindes darf niemals von der sozialen Herkunft oder dem Geldbeutel der Eltern abhängen. Auch ethnische Gründe, Krankheit oder Behinderung dürfen niemals zu einer Benachteiligung führen und dem Bildungserfolg nicht im Wege stehen. Wir begreifen Bildung als eine durchgehende Kette – von der Kindertagesstätte bis zum Berufs- oder Studienabschluss.
Frühkindliche Bildung: Das Fundament stärken
Der Grundstein für Bildungsgerechtigkeit wird in den Kindertagesstätten gelegt. Da im Rahmen einer kommunalen Vereinbarung die Städte und Gemeinden in unserem Landkreis für die Sicherstellung der Betreuung zuständig sind, unterstützen wir als Landkreis diese bei den Betriebs- und Investitionskosten. Wir setzen uns für hohe pädagogische Standards und verlässliche Betreuungsangebote ein, die eine echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Unser Ziel ist eine bedarfsgerechte Ganztagsbetreuung, die auch in den Ferienzeiten verlässliche Lösungen für Eltern bietet.
Demokratiebildung im Schulalltag verankern
Alle Menschen müssen an demokratischen Entscheidungsprozessen mitwirken können, denn unsere Demokratie ist kein Supermarkt, in dem man einfach ins Regal greift und sich Demokratie kaufen kann. Demokratie muss von jeder und jedem Einzelnen praktiziert und geübt werden. Dafür forcieren wir Fortbildungen und Unterstützung durch Mediation, Moderation, Umgang mit Radikalisierung und Förderung einer demokratischen Streitkultur und vernetzen dafür schulische Bildung, Schulsozialarbeit und Jugendpflege. Wir fördern aktiv Beteiligungsprojekte, die die Jugendlichen erarbeiten und in öffentlichen Formaten vorstellen.
Moderne Schulen für eine digitale Welt
Wir investieren kontinuierlich in die Verbesserung der baulichen Substanz und die moderne Ausstattung unserer weiterführenden und berufsbildenden Schulen. Für uns ist die Digitalisierung kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für zeitgemäßes Lernen. Kompetenz im Umgang mit Medien und künstlicher Intelligenz (KI) gehören zur Grundbildung. Wir wollen klare, praxisnahe Leitplanken für eine transparente KI-Nutzung und datenschutzkonforme Standards. Wir sorgen dafür, dass alle kreiseigenen Schulen über eine leistungsfähige IT-Infrastruktur verfügen. Dabei lassen wir niemanden zurück: Die Ausstattung mit digitalen Endgeräten muss so gestaltet sein, dass kein Kind aufgrund privater finanzieller Hürden den Anschluss verliert.
Bildung sichtbar machen
Wir wollen ein dauerhaftes Steuerungsinstrument aus Schulen, Schülerinnen und Schülern, Eltern, Jugendhilfe, Wirtschaft, Verwaltung und Politik etablieren, dessen gemeinsame Aufgabe es ist, Prioritäten zu setzen, Programme zu begleiten und Transfer zu sichern. Dem Kreistag soll regelmäßig ein Bildungsbericht vorgelegt werden.
Inklusion und Vielfalt als Chance
Wir bekennen uns ohne Wenn und Aber zur inklusiven Schule. Jedes Kind hat das Recht, gemeinsam mit anderen Kindern zu lernen. Wir entwickeln unsere Schullandschaft so weiter, dass die Teilhabe an Regelschulen – vom Primarbereich bis zum Gymnasium – zur Normalität wird. Dabei unterstützen wir die Schulen durch Schulassistenzen und eine barrierefreie Infrastruktur. Bildungsvielfalt bedeutet für uns auch, die Berufsbildenden Schulen als starke Partner der regionalen Wirtschaft zu fördern, Praktikums- und Beratungsstrukturen zu koordinieren und Kooperationen mit Betrieben zu stärken.
Schule als Lebensraum für alle Generationen
Schule ist heute mehr als nur ein Ort des Unterrichts. Wir fördern den Ausbau von Ganztagsangeboten und achten auf eine gesunde, regionale Verpflegung in den Mensen. Die soziale Arbeit an Schulen ist für uns ein unverzichtbarer Bestandteil, um Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten und bei Problemen frühzeitig Unterstützung anzubieten. Bildungschancen und -entwicklungen sind aber nicht nur für die Kinder und Jugendlichen zwingende Voraussetzungen für den weiteren Lebensweg. Ein lebenslanges Lernen ist schon länger eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Deshalb werden wir weiterhin auch in die Erwachsenbildung und unsere Kreisvolkshochschule investieren.
4. Daseinsvorsorge: Medizinische Versorgung – wohnortnah und zukunftssicher
Eine flächendeckende, wohnortnahe und für alle zugängliche medizinische sowie pflegerische Versorgung ist für uns die Basis eines lebenswerten Landkreises. Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt: Die Privatisierung im Gesundheitswesen war der falsche Weg. Gesundheit ist keine Ware, sondern ein Kernelement der Daseinsvorsorge. Deshalb ist es unsere Überzeugung, dass die medizinische Versorgung als öffentliche Verpflichtung nicht allein dem Markt und Profitinteressen überlassen werden darf. Die plötzliche unangekündigte Schließung des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes durch die Kassenärztliche Vereinigung (KVN, Bezirksstelle Göttingen) am Einbecker Bürgerspital ist für uns unverantwortlich und sie war einseitig interessengeleitet durch die Anbieterseite.
Wir kämpfen dafür, dass ärztliche Hilfe dort ist, wo die Menschen sie brauchen. Die SPD im Landkreis Northeim setzt sich aktiv gegen den Rückzug medizinischer Angebote aus der Fläche ein.
- Gemeinsame Steuerung der Bereitschaftsdienstnummer 116117 mit der Notrufnummer 112: Hilfesuchenden Menschen ist die Zuständigkeit und Form der Erreichbarkeit zu Recht völlig egal. Im Notfall oder bei gesundheitlichen Problemen ist eine schnelle Klärung und Hilfe unabdingbar. Die in unserem Landkreis schon einmal erprobte Zusammenführung der beiden Ansprechpartner über unsere Rettungsleitstelle war sehr erfolgreich. Sie wurde leider durch den früheren Bundesgesundheitsminister Spahn von der CDU zerstört. Wir fordern die schnelle Wiederherstellung dieser Möglichkeit durch die jetzige Bundesgesundheitsministerin.
- Krankenhausstandorte und Regionale Gesundheitszentren: Wir bekennen uns zur stationären Versorgung im Landkreis. Krankenhäuser sind Teil der kritischen Infrastruktur. Um die Versorgung in der Fläche zu sichern, kämpfen wir auch weiter für den Erhalt der privatwirtschaftlich betriebenen Krankenhäuser in Northeim und Einbeck und wir unterstützen maßgeblich die Weiterentwicklung des Modellprojektes eines Regionalen Gesundheitszentrums (RGZ) in Bad Gandersheim. So verbinden wir stationäre Sicherheit bzw. vor- und nachstationäre Kurzzeitpflege mit ambulanten Angeboten unter einem Dach.
- Hausärztliche Versorgung durch kommunale MVZ: Wir unterstützen die Ansiedlung von Ärztinnen und Ärzten durch gezielte Förderprogramme. Wo privates Engagement fehlt, muss der Landkreis auch weiterhin bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und die haus- und fachärztliche Versorgung gegebenenfalls durch den Betrieb eigener Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) sicherstellen. Wir lassen nicht zu, dass ganze Landstriche medizinisch abgehängt werden.
- Auf unsere Initiative hin wurde bereits geprüft, ob in dem Bereich Uslar/Bodenfelde zur Sicherung der Versorgungsstrukturen ein sogenanntes Regionales Versorgungszentrum (RVZ) eingeführt werden sollte.
- Innovative Notfallversorgung: Schnelle Hilfe darf keine Frage des Wohnortes sein. Wir setzen uns für den Einsatz von sogenannten Gemeindenotfallsanitätern ein. Durch diese spezialisierten Fachkräfte kann außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Arztpraxen eine qualifizierte Abklärung gewährleistet werden, ob und welche weiterführende medizinische Intervention im Krankheitsfall erforderlich ist und diese im Bedarfsfall sofort eingeleitet werden. Die Existenz eines flächendeckenden Notarztsystem in unserem Landkreis ist für uns nicht verhandelbar.
Beratungsangebote, Selbsthilfe, Sucht und Psychiatrie
Im Landkreis Northeim gibt es diverse beratende, therapeutische und präventive Angebote im Gesundheitsbereich. Dazu gehört auch die Suchthilfe. Die Lukas-Werk Gesundheitsdienste gGmbH leistet im Auftrag des Landkreises Northeim eine gute und im Landkreis anerkannte Präventionsarbeit mit dem Projekt „Hart am Limit“. Unsere inhaltliche Unterstützung für die überzeugende Arbeit dieser Einrichtungen wird selbstverständlich fortbestehen.
Im Bereich der gemeindenahen Psychiatrie ist im BürgerGesundheitsPark in Bad Gandersheim die erste tagesklinische Einrichtung dafür in unserem Landkreis entstanden. Das Modell findet zwischenzeitlich bundesweit Beachtung und wird entsprechend weiterentwickelt werden. Ein weiterer Schritt zu einer besseren Versorgung soll die Erstellung eines kommunalen Psychiatrieplanes sein.
Hebammenversorgung und Geburtshilfe
Wir setzen uns weiterhin für eine verlässliche Hebammenversorgung und die Unterstützung junger Familien rund um die Geburt ein. Die entsprechende Richtlinie des Landkreises wurde aufgrund unserer Initiative an die konkreten Bedürfnisse der Hebammen angepasst. Es werden regionale Fortbildungen angeboten und Existenzgründungszuschüsse gegeben. Das Netzwerk Frühe Hilfen wird immer vollständiger und entlastet die Hebammen. Diesen Weg wollen wir konsequent im Dialog mit den Hebammen weiterverfolgen. Bund und Land sind aber zuständigkeitshalber aufgefordert, endlich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Sicherung der Geburtshilfe, vor allem in ländlichen Regionen, zu gewährleisten.
Öffentliche Gesundheitsdienst
Die Existenz und die Bedeutung des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) sind vielen Menschen erst durch die Corona-Pandemie deutlich geworden. Die SPD-Kreistagsfraktion hat vorgeschlagen, daraus auch auf der Kreisebene notwendige Konsequenzen zu ziehen. So haben wir nicht nur die personelle Aufstockung des öffentlichen Gesundheitsdienstes angeregt, sondern auch die zukünftigen Aufgabenstellungen und eine entsprechende Neuausrichtung initiiert. Dieser Prozess muss in den nächsten Jahren entschlossen fortgeführt werden. Auch konnten zwischenzeitlich die von der SPD initiierten, zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen in den Kindergärten wieder aufgenommen werden.
5. Würdevolle Pflege und Unterstützung im Alltag
Pflegebedürftigkeit ist eine Lebensphase, die die Solidarität vieler erfordert. Wir wollen, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in unserem Landkreis weiterhin die bestmögliche Unterstützung finden. Unser Ziel ist es, Strukturen zu fördern, die es Menschen ermöglichen, so lange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Denn ein würdevolles Leben im Alter beginnt mit der Sicherheit, sich die eigene Wohnung auch morgen noch leisten und darin die nötige Unterstützung erhalten zu können.
Schon in der vorletzten Wahlperiode konnten wir die Einführung von Pflegekonferenzen in unserem Landkreis durchsetzen, die auch zukünftig regelmäßig stattfinden müssen. Auch der regelmäßig vorzulegende Kreis-Pflegebericht ist eine wichtige Grundlage für die Vorhaltung der notwendigen Pflegeinfrastruktur im Landkreis.
- Pflegeberatung: Der Pflegestützpunkt des Landkreises ist ein zentraler Ankerpunkt, den wir weiter stärken wollen.
- Ambulante vor stationärer Pflege: Wir fördern Strukturen, die es Menschen ermöglichen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Dazu gehören der Ausbau von Tagespflegeplätzen und die Unterstützung von Nachbarschaftshilfen.
- Kurzzeitpflege: Wir wollen ein Angebot für eine solitäre Kurzzeitpflegeeinrichtung in unserem Landkreis schaffen. Das ist zur Entlastung pflegender Familienangehöriger ebenso unverzichtbar, wie auch als Übergangsmöglichkeit vor oder nach einem Krankenhausaufenthalt bzw. einer schweren Erkrankung.
- Pflegekräfte wertschätzen: Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen. Wir unterstützen Initiativen zur Fachkräftegewinnung und setzen uns für eine faire Entlohnung in den Pflegeberufen vor Ort ein.
6. Bauen, Wohnen und Dorfentwicklung
Wohnen ist ein Grundbedürfnis und die Basis für soziale Teilhabe. Wir akzeptieren nicht, dass Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben oder eine Familie gründen wollen, durch Mietpreiswucher aus ihrem gewohnten Umfeld verdrängt werden.
Bezahlbares Wohnen für alle
- Kommunaler Wohnungsbau: Wir wollen die Gründung einer kreiseigenen oder die Kooperation mit einer bestehenden kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. Nur die Reaktivierung eines nicht gewinnorientierten sozialen Wohnungsbaues kann die Immobilienspekulation und den Mietpreiswucher beenden und bezahlbaren Wohnraum aktiv schaffen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass man den sozialen Wohnungsbau nicht nur dem Markt überlassen darf.
- Privatisierte Wohnungsbestände müssen zurückgekauft werden und neue Wohnungen in öffentlicher Verantwortung gebaut werden.
- Jung kauft alt: Wir fördern Programme, die junge Familien dabei unterstützen, Leerstände in den Ortskernen zu erwerben und zu sanieren. Das belebt unsere Dörfer und schont die grüne Wiese.
- Barrierefreies Bauen: Wir unterstützen Bauprojekte, die altersgerechtes Wohnen ermöglichen, damit Menschen auch bei zunehmendem Unterstützungsbedarf in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.
- Schaffung eines Auszubildendenwohnheims: Wir wollen den Landkreis Northeim als attraktiven Ausbildungsstandort weiterentwickeln. Deshalb setzen wir uns für die Schaffung eines Auszubildendenwohnheims gemeinsam mit Partnern ein. Die Wohneinheiten sollen für jeden Auszubildenden bezahlbar sein.
Dorfentwicklung mit Zukunft
- Lebendige Ortskerne: Wir nutzen Förderprogramme des Landes und des Bundes, um die Aufenthaltsqualität in unseren Dörfern zu steigern. Dorfgemeinschaftshäuser müssen als soziale Zentren erhalten und modernisiert werden. Initiativen, die die wohnortnahe Grundversorgung des täglichen Bedarfs verbessern, wollen wir unterstützen.
7. Das Wohl von Kindern und Jugendlichen in den Fokus rücken
Ein zukunftsfähiger Landkreis zeichnet sich dadurch aus, dass er Kindern Schutz und Entfaltungsmöglichkeiten bietet und gleichzeitig die baulichen und digitalen Grundlagen für morgen schafft. Kinder und Jugendliche sind nicht nur unsere Zukunft, sie sind aktiver Teil unserer Gegenwart. Wir wollen ein Landkreis sein, in dem jedes Kind die gleichen Startchancen hat – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Ebenso wenig dürfen die Chancen von der Herkunft der Eltern, Behinderung oder anderen Gründen, die zu Benachteiligung führen können, abhängen. Wir setzen uns für ein Umfeld ein, in dem Kinder und Jugendliche sicher aufwachsen und mitbestimmen können.
- Prävention und Schulsozialarbeit: Wir bauen in Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen die Schulsozialarbeit weiter aus, um noch schneller frühzeitig Hilfe anbieten und so Ausgrenzung verhindern zu können. Probleme müssen erkannt werden, bevor sie verfestigt sind.
- Gleichzeitig wollen wir die Gewaltprävention an Schulen ausweiten. Wir unterstützen zudem alle Maßnahmen, die dafür erforderlich sind, damit unser Jugendamt seine Aufgaben auch in der Zukunft zum Wohle der Kinder- und Jugendlichen verantwortungsvoll wahrnehmen kann. Dabei unterstützen wir insbesondere alle Maßnahmen zur Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt.
- Schutz und Unterstützung: Wir stärken den Kinderschutz und die Jugendhilfeplanung. Die Arbeit von Einrichtungen wie dem Kinderschutzbund und die Förderung von Pflegefamilien sind für uns unverzichtbare Säulen einer sozialen Gesellschaft.
- Unser Ziel ist es, jedem Jugendlichen eine Perspektive zu bieten – unabhängig von seiner Herkunft.
- Kindergesundheit weiter stärken: Auf Initiative der SPD-Kreistagsfraktion verfügt unser Landkreis neben den verpflichtenden Schuleingangsuntersuchungen seit 2007 auch über eine weitere freiwillige Vorsorgeuntersuchung in den Kindergärten. Der daraus jährlich erstellte Kindergesundheitsbericht hat Anfang 2026 eine starke Verschlechterung in der Sprachkompetenz bei Kindern mit deutscher Muttersprache und in der Zahngesundheit aufgezeigt. Wir wollen deshalb die freiwilligen Maßnahmen zur Verbesserung der Kindergesundheit ausweiten. Dazu zählen unter anderem eine Sprach- und Entwicklungsförderung in Kindertagesstätten und Vorschulen, Elternberatung mit dem Ziel der Stärkung einer Gesundheitskompetenz, Prävention in den Bereichen Bewegung, Ernährung und psychische Gesundheit sowie Aufklärung über die Folgen von exzessiver Nutzung digitaler Medien.
- Echte Beteiligung: Demokratie lernt man durch Mitmachen. Wir fördern die Einrichtung von Kinder- und Jugendparlamenten auf kommunaler Ebene, um jungen Menschen eine starke Stimme in der Politik zu geben.
- Jugendparlament und Mitwirkung: Wir wollen die Beteiligung junger Menschen durch ein kommunales Jugendparlament stärken. Ein Jugendparlament des Landkreises soll echtes Gehör finden und bei Projekten, die junge Generationen betreffen, direkt einbezogen werden. Das Jugendparlament soll ein eigenes Budget erhalten, über das es frei verfügen kann und selbstbestimmt Entscheidungen treffen kann. Kulturtickt für Jugendliche: Wir wollen, dass der Landkreis gemeinsam mit lokalen Kulturträgern ein praktikables und niederschwelliges Umsetzungsmodell zur Einführung eines Kulturtickets prüft. Das Kulturticket soll für Jugendliche im Alter von 16 – 18 Jahren angeboten werden, möglichst einen Wert von 100 Euro /Person umfassen und für kulturelle Angebote wie Konzerte, Theater, Kino, Museen oder vergleichbare Veranstaltungen im Landkreis Northeim genutzt werden können. Die Prüfung soll auch die Finanzierungsmöglichkeiten durch Drittmittel, Spenden und Stiftungen enthalten.
8. Zusammenhalt der Generationen und Geschlechter
Ein starker Landkreis Northeim ist ein Ort, an dem alle Generationen respektvoll miteinander leben und alle Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht – die gleichen Verwirklichungschancen haben. Wir begreifen Gleichstellung und Generationengerechtigkeit als Querschnittsaufgaben moderner Politik.
- Gleichstellung ist für uns keine bloße Ergänzung, sondern ein Grundpfeiler der Demokratie. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen im Landkreis – unabhängig von ihrem Geschlecht – die gleichen Verwirklichungschancen haben und sicher leben können.
- Strukturelle Barrieren abbauen: Wir fördern die interkulturelle Öffnung der Verwaltung und setzen uns für einen höheren Anteil von Frauen in Führungspositionen ein.
- Umfassender Gewaltschutz: Der Schutz vor Gewalt ist eine staatliche Kernaufgabe. Wir bekennen uns zur bedarfsgerechten Absicherung der Frauenhäuser und Beratungsstellen. Progressiver Gewaltschutz bedeutet für uns, alle Opfer in den Blick zu nehmen: Deshalb haben wir das Beratungsangebot explizit um die Hilfe für Männer erweitert, die von Gewalt betroffen sind. Bei Bedarf setzen wir uns für die Aufstockung der Angebote im Frauenhaus ein.
- Vorbild Landkreis Northeim: Wir reden nicht nur über moderne Arbeitswelten, wir leben sie. Bereits seit 2007 ist der Landkreis Northeim nach dem audit berufundfamilie zertifiziert. Dieses Zertifikat belegt eine familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik der Kreisverwaltung. Diese Auszeichnung wollen wir auch zukünftig weiter mit Leben erfüllen.
- Wir unterstützen Initiativen zur Schließung der Lohnlücke (Gender Pay Gap) und fördern durch flexible Arbeitszeitmodelle und Telearbeit die echte Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege – für eine moderne Arbeitskultur, die Talente bindet und Lebensqualität sichert.
9. Migration
Wir stehen weiterhin für eine Willkommenskultur für die von Bund und Land dem Landkreis zugewiesenen geflüchteten Menschen. Wir wollen ein verlässliches Ankommen gewährleisten, indem alle notwendigen Ressourcen für eine menschenwürdige Versorgung, insbesondere in den Bereichen Wohnen, medizinische Versorgung und Bildung zur Verfügung gestellt werden. Das Erlernen der deutschen Sprache ist zwingende Voraussetzung für eine gelingende Integration. Nur durch eine umfassende sprachliche Förderung können Zugewanderte in den hiesigen Arbeitsmarkt eingegliedert werden und dort ggf. den Fachkräftemangel abfedern.
Auf unsere Initiative wurden ergänzende Kreismittel für die Sprachförderung zur Verfügung gestellt. Wir werden dafür eintreten, dass diese Mittel auch künftig bereitgestellt werden.
Wir fordern bessere Bleiberechtsperspektiven für gut integrierte geflüchtete Menschen, die hier arbeiten oder eine Ausbildung absolvieren. Es braucht praxisnahe Instrumente, die es den Geflüchteten erleichtern, dauerhaft am Arbeitsleben teilzunehmen. Diese schafft beidseitig Planungssicherheit und wirkt sich sowohl positiv auf die betroffenen Personen als auch auf die Betriebe aus.
10. Familien stärken – von Jung bis Alt
Familie ist dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Wir unterstützen Familien in ihrer Vielfalt und sorgen für eine Infrastruktur, die Entlastung schafft. Auch Seniorinnen und Senioren gehören heutzutage schon lange nicht mehr zum „alten Eisen“. Sie sind beim Eintritt ins Renten- oder Pensionsalter meistens noch fit, voller Elan und Unternehmungslust. Gerade im ehrenamtlichen Bereich sind sie vielfach eine unverzichtbare Stütze.
Wir fördern den Dialog zwischen Jung und Alt. Projekte, bei denen Erfahrungswissen auf frische Ideen trifft, stärken das gegenseitige Verständnis und den sozialen Frieden in unseren Städten und Gemeinden. Wir stehen für eine Politik, die die Belange der Enkel ebenso im Blick hat wie die Bedürfnisse der Großeltern.
- Frühe Hilfen: Durch den Ausbau von Familienzentren und Präventionsketten stellen wir sicher, dass Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird – unbürokratisch und nah am Wohnort.
- Seniorenpolitik mit Weitsicht: Wir wollen, dass Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Wir fördern altersgerechtes Wohnen, die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und stärken die ambulante Pflege.
- Einsamkeit entgegenwirken: Senioren sind ein wertvoller Teil unserer Gemeinschaft. Wir unterstützen Begegnungsstätten, Mehrgenerationenhäuser und digitale Schulungen für Ältere, um die soziale Teilhabe in jedem Alter zu garantieren.
- Die seniorenpolitischen Leitlinien des Landkreises werden wir gemeinsam mit den Interessengruppen von Seniorinnen und Senioren zielstrebig weiterentwickeln.
11. Menschen mit Behinderungen - Inklusion
Jeder Mensch ist einzigartig und hat ein Recht auf gleichberechtige Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen. Das ist die Vorgabe der UN-Behindertenrechtskonvention und damit ein weltweit geltendes Menschenrecht. Unser Ziel bleibt es, an einem inklusiven Gemeinwesen weiterzuarbeiten. Alle strukturellen und inhaltlichen Maßnahmen müssen unter dem Gesichtspunkt der Inklusion überprüft und realisiert werden. Das fängt schon bei barrierefreien Wahllokalen an und setzt sich bei allen anderen vom Kreis genutzten Gebäuden oder auch dem ÖPNV fort. Gemeinsam mit dem Beirat für Menschen mit Behinderung beim Landkreis Northeim und den Beiräten und Beauftragten in den Städten und Gemeinden werden wir an der fortwährenden Umsetzung arbeiten. Dazu gehört auch die regelmäßige Fortschreibung der Maßnahmen im Aktions- und Stufenplan für Inklusion sowie das flächendeckende Angebot über Informationen in der sogenannten „Leichten Sprache“.
Menschen mit Behinderungen sind nicht repräsentativ in gesellschaftliche Entscheidungsprozesse eingebunden. Wir wollen das im Landkreis Northeim ändern und sie bei der Umsetzung entscheidend einbeziehen.
Wir wollen gewährleisten, dass Gesundheitseinrichtungen in unserem Zuständigkeitsbereich, wie z. B. das Gesundheitsamt, barrierefrei gestaltet sind. Hierzu gehört auch der Einsatz mobiler Teams für mobilitätseingeschränkte Personen und Publikationen in Leichter Sprache.
Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt auch jungen Menschen mit Behinderungen wie beispielsweise Autismus und psychischen Erkrankungen. Maßnahmen zur Ausweitung des Angebotes für Ausbildung und Eingliederung in den Arbeitsmarkt müssen hierbei in Zusammenhang mit der Bundesagentur für Arbeit im Fokus stehen.
12. Ehrenamt - starke Verbände und Vereine
Ein Landkreis ist mehr als die Summe seiner Verwaltungseinheiten. Es sind die Vereine und Verbände, die unsere Region sowohl hauptamtlich als auch vor allem ehrenamtlich wesentlich mitgestalten. Sie entlasten staatliche Ebenen und tragen intensiv zum sozialen Zusammenhalt bei. Ein lebendiger Landkreis zeichnet sich durch ein aktives Miteinander und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Ressourcen aus. Für die SPD stehen die Förderung des Ehrenamts und eine faire, ökologische Daseinsvorsorge im Mittelpunkt.
- Wohlfahrtsverbände sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Sozialstaates. Sie bringen die Anliegen von benachteiligten Personengruppen in den gesellschaftlichen und politischen Dialog ein, um so deren Lebenslagen zu verbessern. Im Landkreis Northeim nehmen sie ihre Aufgaben sowohl in der Kreisarbeitsgemeinschaft als auch als einzelne Verbände war. Sie sind für uns unverzichtbarer Partner im Kampf für soziale Gerechtigkeit. Daher ist es für uns selbstverständlich, ihre Arbeit auch zukünftig ideell und finanziell zu unterstützen
- Sportförderung: Sportvereine sind Orte der Integration und Gesundheit. Sportstättensanierung und -bau ist für uns auch eine Investition in das soziale Gefüge unseres Landkreises. Wir investieren weiterhin in die Sanierung von kreiseigenen Sporthallen und Schwimmbädern und unterstützen Vereine bei der energetischen Modernisierung ihrer Anlagen.
- Ehrenamtskarte und Anerkennung: Das Ehrenamt ist unbezahlbar. Ohne die tausenden ehrenamtlichen Übungsleiter und Vorstände stünden u. a. unsere Sporthallen leer. Wir wollen die Leistungen der vielen Freiwilligen durch eine Ausweitung der landesweiten Ehrenamtskarte und verlässliche Ansprechpartner in der Kreisverwaltung stärken.
- Inklusion im Sport: Wir fördern Projekte, die Menschen mit Behinderungen den Zugang zum Sport erleichtern – sowohl als aktive Sportler als auch in verantwortungsvollen Positionen als Trainer oder Betreuer.
13. Wirtschaftsförderung: Innovativ und sozial
Der Landkreis Northeim verfügt über ein großes Potential an Unternehmen und Einrichtungen für wirtschaftliche Stabilität, gute Arbeitsplätze und zukunftsfähige Innovationen. Die neu aufgestellte Wirtschaftsförderung Region Göttingen-Northeim (WRGN) bietet hierfür eine solide Grundlage. Für die SPD ist Wirtschaftsförderung mehr als die Bereitstellung von Gewerbeflächen. Wir wollen ein Klima schaffen, in dem sich Mittelstand, Handwerk und Industrie zukunftssicher aufstellen können. Ein starker Landkreis Northeim braucht eine florierende Wirtschaft und einen lebendigen Tourismus. Wir setzen auf eine Standortpolitik, die Innovationen fördert, Arbeitsplätze sichert und unsere natürliche Heimat als Erholungsraum wertschätzt.
- WRGN – Stärke durch Einheit: Wir haben maßgeblich dazu beigetragen, dass mit der Gründung der Wirtschaftsregion Göttingen Northeim (WRGN) im Jahr 2025 eine neue Ära der Kooperation mit dem Landkreis Göttingen begonnen hat. Durch diesen Zusammenschluss bündeln wir unsere Kräfte in Südniedersachsen, um im globalen Wettbewerb um Unternehmen und Fachkräfte sichtbarer und schlagkräftiger zu sein.
- Gute Arbeit als Maßstab: Öffentliche Wirtschaftsförderung und die Vergabe von Aufträgen knüpfen wir an soziale Standards. Wir unterstützen Betriebe, die Tariflöhne zahlen, ausbilden und gute Arbeitsbedingungen bieten.
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Fachkräfte gewinnen und halten: Der Fachkräftemangel ist die größte Bremse für unsere Wirtschaft. Wir fördern die Vernetzung von Schulen, Berufsbildenden Schulen und Unternehmen. Unser Ziel ist es, junge Menschen durch attraktive Lebensbedingungen und Ausbildungschancen in der Region zu halten. Durch Kooperationen mit den universitären und hochschulischen Einrichtungen in Göttingen wollen wir zusätzliche Qualifikationsmöglichkeiten für Fachkräfte in unseren Landkreis holen.
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Unterstützung des Mittelstands: Wir stärken die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WRGN) als zentralen Dienstleister für unsere Unternehmen. Bürokratieabbau und schnelle digitale Verwaltungsprozesse sind für uns essenziell für einen attraktiven Wirtschaftsstandort.
- Regionale Kooperation ausbauen: Mit einem Netzwerk von verantwortungsbewussten Unternehmensleitungen, der Agentur für Arbeit, Gewerkschaften, der WRGN und den Spitzen der Landkreise werden wir gemeinsame zukunftsfähige Entwicklungen beschleunigen können.
14. Landwirtschaft mit Zukunft – gut für unseren Landkreis
An die moderne Landwirtschaft werden heute immer vielfältigere Anforderungen gestellt. Gleichzeitig ist sie nicht nur ein wichtiger Wirtschaftszweig in unserem Landkreis, sondern Lebensmittelerzeuger, Landschaftspfleger und Energiewirt zugleich. Wir setzen auf Kooperation statt Konfrontation und stärken die bäuerlichen Familienbetriebe im Rahmen unserer Zuständigkeiten.
- Der Niedersächsische Weg vor Ort: Wir unterstützen die freiwillige Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz. Artenschutz gelingt nur gemeinsam mit denen, die das Land bewirtschaften – mit fairem Ausgleich für erbrachte Umweltleistungen.
- Regionale Wertschöpfung und ökologische Vielfalt stärken: Wir unterstützen den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft und den Ausbau regionaler Vermarktungsstrukturen. Unser Ziel: Regionale Produkte in Kitas, Schulen und Kantinen unseres Landkreises.
- Wassermanagement neu denken: Angesichts zunehmender Trockenperioden priorisieren wir ein gemeinsames, intelligentes Wassermanagement und den Schutz unserer Grundwasserreserven
15. Tourismus: Unser Landkreis als Marke
Der Landkreis Northeim hat von der Weser über den Solling bis zum Harzrand ein enormes Potenzial. Neben der landschaftlichen Vielfalt und der historischen Bausubstanz unserer Städte gehören dazu insbesondere ein herausragendes kulturelles Angebot wie beispielsweise die Gandersheimer Domfestspiele, die Waldbühne und das Theater der Nacht in Northeim, der PS.Speicher in Einbeck sowie zahlreiche Kulturinitiativen, Künstlerinnen und Künstler, traditionsreiche Kinos und Institutionen. Wir wollen dieses Potenzial mit unserem neu verabschiedeten Tourismuskonzept nachhaltig und vernetzt weiterentwickeln.
- Regionale Kooperation ausbauen und intensivieren: Tourismus macht nicht an Gemeindegrenzen halt. Wir werden die enge Zusammenarbeit mit unseren Nachbarregionen im Weserbergland, der Harzregion sowie Stadt und Landkreis Göttingen nicht nur fortsetzen, sondern massiv ausbauen und intensivieren. Unser Ziel ist eine gemeinsame, schlagkräftige Vermarktung. Die WRGN dient uns dabei auch im Tourismus als Vorbild für eine vernetzte Vermarktung, die den Landkreis Northeim als erste Adresse für Urlauber und Naherholungssuchende festigt.
- Infrastruktur für Gäste und Einheimische: Wir investieren in die Qualität unserer Wander- und Radwegenetze sowie in kulturelle Highlights. Ein attraktiver Tourismus stärkt auch die Lebensqualität für uns alle vor Ort.
- Nachhaltiger Tourismus: Wir setzen auf sanften Tourismus, der die Schönheit unserer Natur bewahrt und gleichzeitig Wertschöpfung in die Dörfer und Städte bringt.
16. Mobilität für alle: Vernetzt, flexibel und bezahlbar
Mobilität bedeutet Teilhabe. Ob für den Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkauf, zur Behörde oder zum Arzt – wir wollen, dass alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Northeim mobil sind, auch ohne eigenes Fahrzeug. Unser Ziel ist eine verlässliche Mobilitätsgarantie, die den ländlichen Raum stärkt und Klimaschutz sozial gerecht gestaltet. Dazu haben wir mit dem Mobilitätsdienstleister Verkehrsverbund Südniedersachsen GmbH, dem kommunalen Verkehrsunternehmen Ilmebahn GmbH Einbeck und den weiteren im Kreisgebiet tätigen Busunternehmen sowie den ortsansässigen Taxifirmen wichtige örtliche Partner auch direkt in unserem Landkreis.
Soziale Tarife als Markenzeichen: Die SPD im Landkreis Northeim hat mit der Zustimmung zur Tarifreform im öffentlichen Verkehr Anfang dieses Jahrzehnts zum Setzen eines bundesweiten Maßstabs beigetragen. Wir haben bewiesen, dass ein attraktiver Preis in Verbindung mit einer einfachen Tarifstruktur die Bereitschaft zum Umstieg auf Bus und Bahn fördert. Diese Pionierarbeit war ein Meilenstein für unseren Landkreis.
- Bezahlbare Mobilität als Dauerversprechen: Auf diesem Erfolg bauen wir auf. Wir setzen uns auch in Zukunft konsequent für bezahlbare Fahrpreise für alle ein. Mobilität darf kein Luxusgut sein, das vom Geldbeutel abhängt. Wir kämpfen dafür, dass Tarife einfach, transparent und für jede Einkommensgruppe leistbar bleiben, um Pendler zu entlasten und soziale Teilhabe zu sichern.
- Einfacher Zugang: Wir treiben die Digitalisierung des Ticketkaufs voran, stellen aber sicher, dass auch analoge Zugangswege erhalten bleiben, damit niemand – insbesondere ältere Mitbürger – ausgegrenzt wird.
Den Schienenverkehr stärken: Die Schiene ist das Rückgrat unserer Region. Wir setzen uns für eine Taktverdichtung und die Reaktivierung brachliegender Potenziale ein.
- Reaktivierung von Bahnhaltepunkten: Wir setzen uns weiterhin bei den zuständigen Stellen auf Landes- und Bundesebene für die Wiederbelebung stillgelegter Bahnstationen ein, wo dies ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist, um Orte wieder direkt an das Fern- und Regionalnetz anzubinden. Für die Entwicklung unserer Region ist es von besonderer Wichtigkeit, noch mehr Menschen den Zugang zu niederschwelligen Mobilitätsangeboten zu ermöglichen. Mögliche Haltepunkte sind zum Beispiel die Stadt Moringen, der Ortsteil Verliehausen und das Mühlentor in Northeim.
- Bahnhofsumfeld aufwerten: Bahnhöfe und Bahnstationen sind die Visitenkarten unserer Kommunen. Wir investieren in moderne, sichere und barrierefreie Mobilitätsstationen als Schnittstelle zwischen Bahn, Bus, Carsharing und Rad.
Flexibilität im ländlichen Raum: Bus und On-Demand
- Bedarfsgesteuerter Verkehr: Wir wollen Angebote wie Anrufsammeltaxen (AST) und On-Demand-Shuttles weiter ausbauen. Ziel ist ein „Verkehr auf Bestellung“, der sich nach den Bedürfnissen der Menschen richtet, nicht nach starren Fahrplänen. Die dafür erforderlichen finanziellen Mittel wollen wir im Verbund mit unseren Partnern bereitstellen.
- Taktung und Vernetzung: Wir optimieren die Umstiegspunkte, damit Bus und Bahn nahtlos ineinandergreifen. Besonders die Anbindung an das Oberzentrum Göttingen muss durch die enge Zusammenarbeit im Rahmen der Wirtschaftsförderung Region Göttingen Northeim GmbH und der Verkehrsverbund Südniedersachsen GmbH weiter verbessert werden.
Radverkehr als echte Alternative
- Sichere Radwege: Wir investieren massiv in ein lückenloses und sicheres Radwegenetz zwischen unseren Ortschaften, damit der Weg zur Arbeit oder Schule mit dem Rad oder E-Bike eine echte, sichere Option wird und gleichzeitig eine Bereicherung für den Tourismus darstellt.
Kreisstraßen und Brücken: Die Prioritätenliste zur Erneuerung der Kreisstraßen muss ebenso fortgeschrieben werden, wie das Kataster über den Zustand der Brücken. Die erforderlichen Investitionen werden wir eng mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden koordinieren, um beispielsweise die gemeindlich geplanten Investitionen in Kreuzungsbereichen und Nebenanlagen besser aufeinander abzustimmen.
Wir setzen uns vorrangig für den Ausbau von Ortsdurchfahrten bei gleichzeitiger Sanierung der Kanal- und Leitungsbauwerke ein. Gleichzeitig fordern wir vom Bund die zügige Umsetzung wichtiger Verkehrsprojekte wie z. B. die Fortführung der B241 bis Uslar.
30 km/h-Zonen: Die restriktive Genehmigung von vielfach vor Ort beantragten 30 km/h-Zonen muss zu Gunsten der Verkehrsberuhigung und Verkehrssicherheit neu ausgerichtet werden. Die vorhandenen Ermessensspielräume müssen zu Gunsten der Antragsteller genutzt werden.
17. Wirtschaftlichkeit in der Abfallentsorgung
Mit unserer Kreisabfallwirtschaft haben die Menschen in unserem Landkreis häufige Berührungspunkte. Eine moderne Abfallwirtschaft ist für uns auch ein zentraler Baustein des lokalen Klimaschutzes. Wir begreifen Abfall nicht als Last, sondern als Ressource in einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Wir werden die Abläufe optimieren, die dezentrale Bereithaltung von Abfalldeponien mit verlässlichen Öffnungszeiten sicherstellen.
- Gebührenstabilität: Sozialdemokratische Umweltpolitik bedeutet, dass Ökologie für alle bezahlbar bleiben muss. Wir setzen auf eine effiziente, kommunale Abfallentsorgung, die durch wirtschaftliches Handeln die Gebühren für unsere Bürgerinnen und Bürger möglichst stabil hält.
- Nachhaltigkeit vor Ort: Durch die Optimierung der Sammelsysteme und die Förderung der Müllvermeidung reduzieren wir CO2-Emissionen. Wir setzen uns für kurze Wege in der Entsorgung ein und lehnen unnötigen Mülltourismus ab.
- Servicequalität: Die Deponien und Entsorgungsanlagen im Landkreis sind Dienstleister für die Menschen. Wir wollen den Service weiter digitalisieren und kundenfreundlich ausbauen, um eine fachgerechte Entsorgung so einfach wie möglich zu gestalten. Wir brauchen eine zukunftssichere Lösung auch für die Altkleidersammlungen. Die aktuellen Containerlösungen haben sich leider oft zu Stellen für Abfallablagerungen entwickelt. Gesicherte Standorte und neue Abholzeiten müssen erprobt werden. Die Wiederverwertung von Altkleidern ist immer noch nachhaltig und sinnvoll.
18. Verantwortungsvolle Finanzpolitik: Das Fundament unserer Gestaltungskraft
Solide Finanzen sind für uns kein Selbstzweck. Sie sind die notwendige Voraussetzung dafür, dass unser Landkreis handlungsfähig bleibt und wir kraftvoll in Bildung, Mobilität und soziale Sicherheit investieren können. Die SPD steht für eine Haushaltspolitik mit Augenmaß und Weitblick.
Investitionen in die Zukunft
- Wir begreifen den Haushalt als politisches Gestaltungsinstrument. Sparen um jeden Preis führt zu einem Sanierungsstau, dessen Folgen wir bereits heute an vielen Stellen in unserer Infrastruktur spüren. Ein Aufschieben notwendiger Maßnahmen macht die Sanierung in der Zukunft nur noch teurer und bürdet den nächsten Generationen eine unbezahlbare Last auf.
- Handeln statt Aufschieben: Wir stehen für eine ehrliche Haushaltspolitik. Wir investieren gezielt dort, wo es die Lebensqualität nachhaltig verbessert und den weiteren Verfall verhindert: in die Sanierung unserer Schulen, in moderne Kreisstraßen und in die digitale Infrastruktur.
- Prioritäten setzen: Wir konzentrieren unsere Mittel auf Projekte mit höchstem Nutzen für die Gemeinschaft. Diese Investitionen sind kein Luxus, sondern Werterhalt für unseren Landkreis als Wohn- und Wirtschaftsstandort.
- Fördergelder optimal nutzen: Um unsere Eigenmittel zu reduzieren, stärken wir die Kompetenz der Verwaltung, Fördermittel von Bund, Land und EU konsequent abzurufen. Jeder Euro an Fördermitteln entlastet unseren eigenen Haushalt und ermöglicht es uns, den Sanierungsstau aktiv abzubauen.
Gerechte Verteilung und kommunale Solidarität
Der Landkreis und seine Städte und Gemeinden bilden eine Schicksalsgemeinschaft. Wir setzen auf einen fairen Ausgleich.
- Kreisumlage mit Augenmaß: Wir halten die Kreisumlage auf einem Niveau, das dem Landkreis die Erfüllung seiner Aufgaben ermöglicht, ohne die finanzielle Luft der Kommunen abzuschnüren. Unser Ziel ist eine faire Partnerschaft auf Augenhöhe.
- Schuldendisziplin und Entschuldung: Wir nutzen Phasen guter Konjunktur zur Rückführung von Schulden und zur Bildung von Rücklagen.
- Fremdaufgaben sind keine freiwillige Aufgabe der Kommunen: Wir erwarten, dass Bund und Land die auf die Kommunen übertragenen Aufgaben auch vollständig refinanzieren. So sinnvoll die Aufgaben auch seien mögen, sie dürfen die ohnehin sehr engen Spielräume der kommunalen Ebene nicht zusätzlich verschlechtern.
19. Effiziente und bürgernahe Verwaltung
Geldbeutel und Ressourcen der Bürgerinnen und Bürger müssen geschont werden. Deshalb setzen wir auf moderne Strukturen.
- Verwaltungsmodernisierung: Durch konsequente Digitalisierung (E-Government) machen wir Verwaltungsprozesse schneller, effizienter und kostengünstiger. Das spart nicht nur Zeit für die Bürger, sondern langfristig auch Personalkosten durch Prozessoptimierung.
- Interkommunale Zusammenarbeit: Wo es sinnvoll ist, fördern wir die Kooperation mit Nachbarkreisen und zwischen unseren Städten und Gemeinden und dem Landkreis, z. B. bei Verwaltungsaufgaben. Gemeinsame Lösungen sparen auf allen Seiten Kosten und erhöhen die Qualität der Dienstleistungen.
20. Sicherheit und Verlässlichkeit: Katastrophenschutz und unsere Feuerwehren
Der Schutz der Bevölkerung ist eine Kernaufgabe des Landkreises. In Northeim wird diese Aufgabe fast ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement getragen. Wir haben fast 150 Ortsfeuerwehren in unserem Landkreis und fast 7000 Menschen sind Mitglied einer Feuerwehr, rund 4.800 Feuerwehrkräfte leisten aktiven Dienst in der der mit Abstand größten ehrenamtlichen Gemeinschaft in unserem Landkreis. Unsere Feuerwehren, einschließlich der Kreisfeuerwehr, sind auch in der Nachwuchsarbeit herausragend gut aufgestellt.
Für die SPD ist klar: Wer seine Freizeit für unsere Sicherheit riskiert, verdient die bestmögliche Ausstattung und volle politische Rückendeckung.
Unsere Feuerwehren sind mehr als Brandschützer und Retter – sie sind das soziale Rückgrat unserer Dörfer.
- Nachwuchsförderung: Wir unterstützen die Kinder- und Jugendfeuerwehren intensiv. Sie sind die Zukunft des Rettungswesens. Wir wollen Anreize schaffen, um das Ehrenamt attraktiver zu machen (z. B. durch die Weiterentwicklung der Ehrenamtskarte oder Vergünstigungen bei Kreis-Einrichtungen).
- Moderne Ausbildung: Die Feuerwehrtechnischen Zentralen (FTZ) im Landkreis müssen technisch auf dem neuesten Stand gebracht werden. Wir investieren dabei in moderne Schulungsräume und zeitgemäße Übungsanlagen.
- Fahrzeugbeschaffung: Wir setzen den bedarfsgerechten Ausbau und die Erneuerung des Fuhrparks konsequent fort. Dabei achten wir auf eine sinnvolle Schwerpunktbildung zwischen den Gemeinden, um Spezialgerät effizient vorzuhalten.
- Digitaler Funk und Alarmierung: Wir stellen sicher, dass die digitale Infrastruktur für die Alarmierung flächendeckend und ausfallsicher funktioniert – auch in topografisch schwierigen Lagen unseres Landkreises.
Katastrophenschutz im Klimawandel: Extremwetterereignisse wie Starkregen oder Waldbrände nehmen für uns alle erkennbar zu. Wir sind im Landkreis gut darauf eingestellt, aber wir wollen noch besser werden.
- Hochwasserschutz: Wir investieren in den technischen Hochwasserschutz und fördern die interkommunale Zusammenarbeit an unseren Flüssen wie Leine, Rhume, Gande und Schwülme.
- Waldbrandprävention: Angesichts der Situation in Solling und Harz rüsten wir unsere Feuerwehren mit speziellem Gerät für die Waldbrandbekämpfung aus und verbessern die Löschwasserversorgung in Waldnähe.
- Katastrophenschutzzentrum: Unser Lagezentrum ist mit der dort vorhandenen technischen Voraussetzung im Ernstfall im Kreishaus und natürlich auch in der Feuerwehrtechnischen Zentrale der Kreisfeuerwehr. Seit geraumer Zeit wird für denkbare Großereignisse über verbesserte Lösungen nachgedacht. Wir wollen in erster Linie die Feuerwehrtechnische Zentrale in Northeim auf den neuesten Stand bringen und in diese große Baumaßnahme auch für den Bedarfsfall die notwendigen Räumlichkeiten für den Katastrophenschutz-Leitungsstab integrieren. Im Ernstfall ist die unmittelbare Nähe von beiden Einrichtungen sinnvoll und so machen es unsere Nachbarlandkreise auch. Für den mehrjährigen Bauzeitraum wollen wir kurzfristig eine Übergangslösung schaffen. In der Abwägung, ob eine solche Baumaßnahme in privater Regie durchgeführt wird oder in Eigenregie durch den Landkreis, haben wir uns klar für die Eigenregie entschieden. Einrichtungen des Katastrophenschutzes sind die sensibelste Infrastruktur eines Landkreises, und die gehört für uns nicht in private Hände.
- Interkommunale Leitstelle: Wir wollen eine gemeinsame Einsatzleitstelle für den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz in Südniedersachsen. Notfälle machen nicht an den Kreisgrenzen halt, weder bei Einsätzen noch in der Entstehung. Schon heute gibt es daher eine enge Zusammenarbeit. Eine gemeinsame Leitstelle für Südniedersachen kann den Personaleinsatz der Fachkräfte besser steuern, gibt ihnen bessere Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und kann die vorhandenen personellen und sachlichen Ressourcen zielgenauer nutzen.
21. Umwelt, Energie und Klimaschutz
Klimaschutz ist eine globale Aufgabe, die wir lokal lösen müssen. Die SPD im Landkreis Northeim setzt auf eine Energiewende mit Augenmaß, bei der die Bürgerinnen und Bürger nicht nur die Anlagen sehen, sondern auch von den Erträgen profitieren.
- Wertschöpfung vor Ort: Wir fördern Bürgerenergieparks und die Beteiligung der Kommunen an Wind- und Solarparks. Die Erträge aus erneuerbaren Energien müssen z. B. in unsere Kindergärten, Schulen und Feuerwehren fließen.
- Mobilmix: Wir brauchen den Mobilmix gerade im ländlichen Bereich, weil das Auto in vielen Bereichen eine Notwendigkeit für die Erreichung des Arbeitsplatzes oder von Grundbedürfnissen darstellt. Wir müssen deshalb die Elektromobilität zielgenau fördern. Das gilt sowohl für die Nutzung regenerative Energien als auch für den dringend notwendigen Ausbau der Ladeinfrastruktur.
- Energiemix: Wir steuern den Ausbau regenerativer Energien mit Augenmaß über das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP). Unser Ziel ist ein Energiemix, der die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger vor Ort findet und unsere heimische Natur bewahrt, statt eine ungeordnete Verspargelung der Landschaft zuzulassen.
- Energieautarker Landkreis: Wir unterstützen den Ausbau von Photovoltaik auf öffentlichen Dächern und die Entwicklung regionaler Wärmekonzepte (z. B. Nahwärmenetze in Dörfern).
- Naturraum schützen: Unser Solling und die Harzausläufer sind wertvolle CO2-Speicher. Wir unterstützen eine klimaresiliente Aufforstung und den Erhalt der biologischen Vielfalt durch die Förderung regionaler Biotopvernetzungen
22. Digitalisierung und ein modernes Kreishaus
Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck, sondern muss den Alltag der Menschen einfacher machen. Die Kreisverwaltung soll sich als moderner, effizienter und digital erreichbarer Dienstleister präsentieren.
- Das digitale Kreishaus: Wir treiben das Online-Zugangsgesetz konsequent voran. Behördengänge müssen vom heimischen PC oder Smartphone aus möglich sein – einfach, sicher und ohne unnötige Wartezeiten. Das Kreishaus kommt zu den Menschen, nicht umgekehrt.
- Service-Orientierung: Trotz aller Digitalisierung bleibt der persönliche Kontakt wichtig. Wir sichern eine gute Erreichbarkeit und ggf. Beratung vor Ort für all jene, die digitale Angebote nicht nutzen können oder wollen.
- Gigabit für jedes Haus: Der Breitbandausbau im Landkreis ist weit fortgeschritten, aber wir lassen nicht locker, bis auch der letzte Hof und das letzte Gewerbegebiet an das Glasfasernetz angeschlossen sind. Schnelles Internet ist heute Teil der Grundversorgung.
- Transparenz und Beteiligung: Wir wollen ein Open-Data-Portal für den Landkreis einrichten. Dort sollen Umweltdaten, Verkehrsflüsse und Haushaltsdaten für alle Bürgerinnen und Bürger transparent und leicht verständlich einsehbar sein. Demokratie braucht informierte Bürger.
- Selbstbestimmt Leben durch digitale Angebote: Wir fördern die Entwicklung eines digitalen Portals zur Vermittlung und Verwaltung von einfachen Assistenz- und Entlastungsleistungen für Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf. Assistenz und die Unterstützung im Alltag ermöglichen Betroffenen eine selbstbestimmte Lebensführung und Teilhabe an der Gesellschaft.
23. Für einen Landkreis, der zusammenhält - Demokratie lebt vom Mitmachen
Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Umso wichtiger ist es, dass wir uns auf das Besondere unserer Region besinnen: den starken Zusammenhalt in unseren Dörfern und Städten.
Wir wollen ein Landkreis sein
- in dem die Pflegekraft genauso wertgeschätzt wird wie der Unternehmer.
- in dem das Kind im kleinsten Dorf die gleichen Bildungschancen hat wie in der Stadt.
- der mutig vorangeht, wenn es um Klimaschutz und moderne Mobilität geht, dabei aber die soziale Gerechtigkeit nie aus den Augen verliert.
- der Chancen für alle Generationen eröffnet, wo Barrieren im Weg stehen.
- der Sicherheit gibt in einer sich rasant verändernden Welt.
- der unsere Demokratie schützt, ohne auf rechtspopulistische, verfassungsfeindliche Kräfte hereinzufallen, wie die AfD, die der niedersächsische Verfassungsschutz aktuell als gesichert rechtsextrem eingestuft hat.
- wir wollen auch in Zukunft keine Zusammenarbeit mit den Feinden unserer Demokratie.
Wir leben in einer freien Gesellschaft, wie sie noch nie vorher in Deutschland bestanden hat und wir wollen dafür arbeiten, dass das auch in Zukunft für uns, unsere Kinder und Enkelkinder so bleibt. Unser Landkreis soll ein Ort sein, indem alle Menschen, die hier leben, unabhängig von Herkunft, Gesundheit, Behinderung oder Faktoren, die Benachteiligung verursachen können, an der Gesellschaft teilhaben sollen.
Dieses Programm ist eine Einladung. Demokratie ist kein Zuschauersport – sie braucht Ihr Vertrauen, Ihre Stimme und Ihr Engagement. Wir als SPD stellen uns der Verantwortung, die drängenden Probleme wie den Sanierungsstau oder die medizinische Versorgung nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu lösen. Wir schauen nicht weg, wir packen an.
Am 13. September 2026 entscheiden Sie über die Richtung unseres Landkreises.
Das Wahlprogramm der SPD für die Jahre 2026 bis 2031 ist unser Kompass für einen Landkreis, der niemanden zurücklässt. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass der Landkreis Northeim auch in Zukunft ein Ort ist, auf den wir alle stolz sein können und in dem wir gerne leben.
Ihre SPD im Landkreis Northeim
Herausgeber:
SPD-Unterbezirk Northeim-Einbeck
Scharnhorstplatz 8
37154 Northeim
V. i. S. d. P.: Frauke Heiligenstadt MdB
Redaktion: Frauke Heiligenstadt MdB, Uwe Schwarz, Simon Hartmann, Peter Traupe, Thilo Schuster, Franziska Lawrenz